Neben meiner Konzerttätigkeit und meinem liturgischen Dienst entwickle ich ein künstlerisches Projekt, das darauf abzielt, sowohl das Image des Organisten als auch die heutige Wahrnehmung der Orgel neu zu definieren. Diese Vision entspringt nicht der Ablehnung des liturgischen und historischen Kontexts des Instruments, den ich voll und ganz anerkenne und schätze, sondern der Erkenntnis, dass die Orgel und ihr Interpret im Laufe der Zeit Stereotypen und Erwartungen angenommen haben, die ihr Publikum eingeschränkt haben. Für viele Menschen ist das Instrument nach wie vor fast ausschließlich mit kirchlichen Kontexten verbunden, sodass sein Ausdruckspotenzial nie wirklich zum Tragen kommt.

Das Ziel ist es nicht, das Instrument aus seiner natürlichen Umgebung zu entfernen, sondern es vorübergehend nach draußen zu bringen, um neue Zuhörer zu erreichen und neue Berührungspunkte zu schaffen. Gleichzeitig spricht dieses Projekt diejenigen an, die das Instrument bereits lieben, und bietet ihnen ein neues und zeitgemäßes Bild des Interpreten. Anstelle der üblichen strengen und traditionellen Figur präsentiere ich mich als junger, moderner und visuell erkennbarer Organist, der klar und unmittelbar kommunizieren kann. Ästhetik, Präsenz, Stil und Ausdruck werden Teil einer kohärenten Identität, die darauf ausgerichtet ist, eine Verbindung zur heutigen visuellen Kultur herzustellen.

Um diese Vision zu verwirklichen, habe ich eine völlig neue Aufführungsumgebung geschaffen: ein modernes, innovatives und hell beleuchtetes Studio, das für visuelle Medien konzipiert ist. Es handelt sich um einen neutralen Raum ohne liturgische Bezüge, in dem die Orgel und der Organist in einem zeitgenössischen visuellen Umfeld erscheinen. Hier ist die Aufführung kein Live-Event, das für Video adaptiert wurde, sondern etwas, das von Anfang an für die Kamera konzipiert wurde, wobei Ton, Bild, Licht und Regie gleichermaßen wichtig sind.

Dieses Studio soll die Kirche nicht ersetzen, sondern ergänzen. Es ist ein Raum, der geschaffen wurde, um die Orgel wieder in die Welt zu bringen, damit letztendlich mehr Menschen zu ihr zurückkehren können, wo sie hingehört. Durch diese Umgebung schlage ich eine doppelte Bewegung vor: neue Zielgruppen zu erreichen und die Wahrnehmung der Orgel und ihres Interpreten sowohl bei neuen Zuhörern als auch bei langjährigen Liebhabern zu erneuern.

Soziale Medien sind einfach der natürliche Ort, an dem sich dieses Projekt entfaltet. Die kontinuierliche Produktion von Inhalten für Instagram, YouTube und andere Plattformen ist ein wesentlicher Bestandteil meiner künstlerischen Identität und ermöglicht es der Orgel, in einer neuen Dimension zu existieren, die zugänglich, offen und teilbar ist. Durch sorgfältig gestaltete Darbietungen, Aufnahmen und reflektierende Inhalte arbeite ich daran, eine sinnvolle Beziehung zwischen dem Instrument, dem Künstler und dem Publikum wiederherzustellen, Tradition und Innovation zu vereinen und der künstlerischen Freiheit neuen Raum zu geben, in der Überzeugung, dass die Orgel in der zeitgenössischen Kultur wieder mit lebendiger Stimme sprechen kann.

Abstraktes geometrisches Design in Schwarz und Weiß mit parallelen Linien und dreieckigen Formen